Euro-Krise hemmt Internationalisierung

Selbst wenn Unternehmen von ausländischen Absatzmärkten profitieren wollen, stellt sie die Euro-Krise momentan vor einige Hürden. Das ist Ergebnis einer aktuellen Studie der Commerzbank, für die 4000 mittelständische Unternehmen ab einer Umsatzgröße von 2,5 Mio. EUR befragt wurden. Der traditionelle Weg, nach dem Internationalisierung erst über die europäischen Nachbarländer erfolgt, fällt konjunkturbedingt weg. Der ganz große Schritt z.B. ins asiatische Ausland fällt jedoch ungleich schwerer.

Die Konsequenz: die Unternehmen schrauben ihre Investitionsabsichten zurück, nur noch 9% planen, ihre Produkte auch im Ausland abzusetzen. 2007 waren dies noch 23%. Der Anteil der Unternehmen, die bereits im Ausland tätig sind, bleibt jedoch weitgehend konstant (55%, 2007: 54%). 81% der Unternehmen rechnen für die nächsten drei bis fünf Jahre mit einer schwachen Konjunktur im Euro-Raum, 68% gehen von wachsenden Finanzierungsproblemen aus. Jeder zweite Unternehmer rechnet sogar mit der Insolvenz einzelner Euro-Staaten. In diesem Umfeld sind 85% der Befragten der Meinung, dass die deutsche Volkswirtschaft ihren Handel jenseits der Euro-Zone intensivieren muss. Für gar 88% steht fest, dass sie sich auf Grenzen des Wachstums einstellen muss.

„Die Unternehmen, die noch vor Ausbruch der Finanzkrise den Markteintritt ins außereuropäische Ausland gewagt haben, profitieren heute davon“, sagt Marc Steinkat, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Mittelstandsbank Bayern Süd bei der Commerzbank. Den Unternehmen, die damals gezögert haben, falle der Markteintritt nun umso schwerer. „Dennoch lohnt es sich, die Optionen dafür zumindest zu prüfen“, meint Steinkat. www.unternehmerperspektiven.de