Einmal Unternehmer, einmal Angestellter

Schwierige Entscheidung: Menschen machen sich immer mehr Gedanken, ob sich eine Unternehmensgründung lohnt.

Das Credo „Einmal Unternehmer, immer Unternehmer“ gibt es so immer seltener. Zu diesem Ergebnis kommt eine breit angelegte Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung.

Zwar bleibt ein großer Teil der Selbstständigen dauerhaft eigenständig.  Allerdings steigt die Zahl derjenigen, die zwischen Selbstständigkeit, abhängiger Beschäftigung und auch Phasen der Arbeitslosigkeit hin und her wechseln. Die Lebensläufe werden damit unsteter.

Verteilte Selbstständigkeit: die meisten gründen zwischen 25 und 34 Jahren ein Unternehmen. (© NEPS, Startkohorte Erwachsene; Berechnungen IfM)
Verteilte Selbstständigkeit: die meisten gründen zwischen 25 und 34 Jahren ein Unternehmen. (© NEPS, Startkohorte Erwachsene; Berechnungen IfM)

So analyisert das IfM in seiner Studie, dass selbstständige Männer, die zwischen 1944 und 1949 geboren wurden, zwischen dem 15. und 44. Lebensjahr sechs unterschiedliche Phasen durchleben. Gleichaltrige Frauen, die zwischen 1960 und 1969 geboren sind, weisen durchschnittlich eine Erwerbsphase mehr auf.

Erstmals haben die Wissenschaftler des IfM Bonn die Selbstständigkeit in Deutschland aus erwerbsbiografischer Perspektive auf der Basis der Paneldatensätze der Erwachsenenerhebung des Nationalen Bildungspanels (NEPS) für die Geburtsjahrgänge 1944 bis 1986 untersucht.

„Betrachtet man sowohl die Reihenfolge der verschiedenen Erwerbszustände als auch deren Dauer, dann gleicht keine Erwerbsbiografie der anderen. Vor der ersten Selbstständigkeit steht jedoch in der Regel eine betriebliche oder akademische Ausbildung und eine abhängige Beschäftigung“, erläutert Dr. Rosemarie Kay.

„Die zunehmende Diskontinuität im Erwerbsverlauf von Selbstständigen erhöht zwar einerseits das Altersarmutsrisiko. Auf der anderen Seite ist aber auch zu befürchten, dass ein größerer Teil der geringverdienenden Selbstständigen ihre Erwerbstätigkeit aufgeben müsste, würde die Bundesregierung ihre Pläne einer verpflichtenden Rentenversicherung für diese Personengruppe realisieren. Hinzu kommt, dass diejenigen, die auf absehbare Zeit lediglich ein geringes Einkommen in der Selbstständigkeit erwirtschaften können, gar nicht erst diesen Weg beschreiten würden“, so die stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn.

Hier geht es zur kompletten Studie:

http://www.ifm-bonn.org/fileadmin/data/redaktion/publikationen/ifm_materialien/dokumente/IfM-Materialien-248_2016.pdf

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