Deutscher IPO-Markt stark wie nie

Der weltweite Abwärtstrend der IPO-Bilanz im dritten Quartal äußert sich in einem Rückgang um 17 % und einem Emissionsvolumen, das drei Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt. Dieser Entwicklung zum trotz behauptet sich der deutsche Markt mit dem im ersten und dritten Quartal größten Börsengang Europas.

Dass sich dieses Jahr für Deutschland als das stärkste IPO-Jahr seit 2007 abzeichnet, hängt weniger mit der Anzahl der Börsengänge, als vielmehr mit dem Gesamtemissionsvolumen der Transaktionen zusammen: Sechs Unternehmen wagten 2013 bisher den Gang aufs Parkett, vier davon mit IPOs im engeren Sinne. Daraus ergab sich ein Emissionsvolumen von insgesamt 3,25 Milliarden US-Dollar, bzw. 2,46 Milliarden EUR. Maßgeblich beteiligt an der Höhe des Gesamtvolumens waren die Börsengänge der Wohnimmobilienkonzerne LEG und Deutsche Annington, welche Volumina in Höhe von 1,165 Milliarden und 575 Mio. EUR auswiesen. Gemeinsam mit Kion sorgten diese Konzerne für drei der zehn größten europäischen IPOs in diesem Jahr.

„Der deutsche Kapitalmarkt mausert sich– neben Großbritannien – zum führenden Standort für Börsengänge in Europa“, stellt auch Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei Ernst & Young (EY), fest. Die steigende Attraktivität Deutschlands als Kapitalmarktstandort sei größtenteils den Börsengängen großer Unternehmen und Konzerne zu verdanken, deren Finanzinvestoren ihre Beteiligungen auf das Parkett brächten, um von den Höchstständen der Aktienmärkte zu profitieren, fügt Steinbach hinzu. Warum kleinere und mittlere Unternehmen noch immer einen großen Bogen um das Thema Börse machen, hat seiner Ansicht nach mehr als einen Grund. Der Bondsmarkt boomt mit niedrigen Zinsen und es besteht aktuell kein dringender Bedarf an zusätzlichem Eigenkapital.

Steinbach schließt weitere Börsengänge in Deutschland bis Ende 2013 nicht aus. „Gut möglich, dass sich in den kommenden Wochen noch einige IPO-Kandidaten aus der Deckung wagen.“