Geld
Geldanlage: Mittelständler haben geringeren Analgebedarf.

Der Anlagebedarf von Mittelständlern ist das erste Mal seit 2009 rückläufig. Laut einer Studie sehen lediglich 39 Prozent der Befragten eine Notwendigkeit. Trotz historisch niedriger Zinsen steigt die Renditeerwartung.

Mittelständler haben im Jahr 2017 einen geringeren Anlagebedarf: Zum ersten Mal seit 2009 hat weniger als die Hälfte der Unternehmen den Bedarf. Für das Jahr 2017 gaben lediglich 39 Prozent an, Gelder anlegen zu wollen. Das ergab eine Studie der Fachhochschule des Mittelstands in Zusammenarbeit mit der Commerzbank. Befragt wurden 10.000 Entscheider aus mittelständischen Unternehmen.


Auch das durchschnittliche Anlagevolumen ist rückläufig. Lag es 2016 noch bei 4,7 Mio. Euro reduzierte sich dieses in diesem Jahr auf  3,6 Mio. Euro. Seit der Erhebung der Daten 2009 ist dies allerdings immer noch der dritthöchste Wert.

Die Gründe für die Zurückhaltung sind laut Studie vielfältig: Zum einen investierten die Unternehmen wieder mehr. Anschaffungen im Betrieb wurden entweder vorgezogen oder nachgeholt. Deswegen stehen weniger flüssige Mittel für die Geldanlage zur Verfügung. Zudem wurden vermehrt Mittel in Beteiligungen und Übernahmen gesteckt. Um Guthabenzinsen zu vermeiden, schütteten Unternehmen höhere Dividenden aus.

Höhere Renditeerwartung

Trotz historisch niedriger Zinsen klettert die Zinserwartung der Mittelständler. Für das Jahr 2017 liegt die erwartete Mindestverzinsung bei 3,46 Prozent bei einer Umlaufrendite 10-jähriger Anleihen von 0,07 Prozent. Lediglich mit sicheren Anlagen erfüllt sich diese Erwartungshaltung nicht. Rund 20 Prozent der Befragten ist deswegen laut Studie bereit, für einen Ertrag von drei Prozent stärkere Kursschwankungen in Kauf zu nehmen und somit auch ein höheres Risiko einzugehen.

Zurückgegangen ist für Mittelständler die Bedeutung kurzfristiger Anlagen. Lediglich etwas mehr als die Hälfte verfügt über Sichteinlagen. Gerade mal 13 Prozent möchten ihr Geld künftig in dieser Form anlegen.  Mittel- und langfristige Anlagen gewinnen damit an Bedeutung.