Restrukturierungen haben in der Öffentlichkeit ein schlechtes Image. Zum einen lassen sie als Reaktionen auf Probleme, die nicht rechtzeitig angegangen wurden, die Chefetage schlecht aussehen. Zum anderen lässt die oft kriegerische Semantik nichts Gutes ahnen und verunsichert die betroffenen Mitarbeiter – und manchmal auch Lieferanten und Kunden. Mit Theaterdonner und Hauruck-Aktionismus ist jedoch nichts gewonnen.

Aber auch Beschönigungen helfen nicht. Vertrauen und Wille zur Veränderung entstehen nur dort, wo offen und auf Augenhöhe kommuniziert wird. Die Erfahrung zeigt, dass die Mitarbeiter, die den Hauptteil der Anpassungen tragen müssen, dann mitziehen und sogar Einschnitte akzeptieren, wenn die Tragweite des Problems offengelegt wird, sie ein klares Ziel genannt bekommen und erkennen, dass sie selbst einen wichtigen Beitrag leisten können.

Ob Kostensenkungen, Prozessoptimierungen oder Outsourcing – ein Unternehmen oder eines seiner Teile aus einer bedrohlichen Situation herauszuführen, ist ein anspruchsvolles Unterfangen, das viel Erfahrung und einen kühlen Kopf verlangt. Schwierig werden Restrukturierungen meistens dann, wenn sie intern gemanagt werden sollen. Zu stark die gewachsenen Bande, zu verstellt die Sicht auf die wichtigen Probleme, zu eingespielt die Pfade und Routinen und zu groß vor allem die persönliche Verflechtung und die Rücksichtnahme auf die eigene Karriere. Die Axt im Hause, die den Zimmermann ersparen soll, bleibt oft stumpf und richtet dann noch größeren Schaden an.

Insofern fragt sich nicht, ob es jemand von außen machen soll, sondern wer dafür der Richtige ist. Dass ich professionelle Interim Manager empfehle, ist nicht alleine meiner Funktion geschuldet – entscheidend ist, dass Unternehmen mit ihnen erfahrene Berater und umsetzungsstarke Manager in einer Person bekommen.

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Michael Pochhammer ist Vorstand der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e. V. (DDIM).