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Die JL Goslar GmbH hat ihr Schutzschirmverfahren erfolgreich abgeschlossen. Die Gläubiger stimmten dem Insolvenzplan einstimmig zu, das Amtsgericht Goslar bestätigte ihn. Damit kann das traditionsreiche Bleiverarbeitungsunternehmen wieder eigenverantwortlich handeln und blickt auf eine langfristige Zukunftsperspektive.
Unternehmen setzt auf schlankere Strukturen und Kostensenkungen
Im Zuge der Sanierung passt JL Goslar seine Kapazitäten an die Marktbedingungen und die erwartete Nachfrage an. Gemeinsam mit dem Betriebsrat wurde ein Konzept zum Abbau von 27 Arbeitsplätzen vereinbart. Acht Mitarbeitenden wurde gekündigt, 19 wechseln für sechs Monate in eine Transfergesellschaft mit Qualifizierungsangeboten. Künftig beschäftigt das Unternehmen 82 Mitarbeitende.
Zudem wird die Tochtergesellschaft JL Goslar Anoden GmbH zum 31. Dezember 2026 mit der Muttergesellschaft verschmolzen. Die bislang ausgelagerten Teile des Anodengeschäfts werden nach Goslar zurückverlagert. Das Betriebsgrundstück im 25 Kilometer entfernten Ilsenburg wird dadurch nicht mehr benötigt und soll zugunsten der Gläubiger verkauft werden. Durch die Zusammenlegung und die Kostensenkungen soll das Unternehmen wieder profitabel wirtschaften. Mit den zwölf Mitarbeitenden der Tochtergesellschaft wird die Belegschaft 2027 auf 94 Beschäftigte anwachsen.
Traditionsunternehmen führt gesamtes Produktspektrum fort
JL Goslar ist seit mehr als 100 Jahren auf die Verarbeitung von Blei, Zinn und deren Legierungen spezialisiert. Das Unternehmen stellt technologische Spezialprodukte für die internationale Industrie her und konzentriert sich weiterhin auf die Geschäftsbereiche Strahlenschutz, Apparatebau und Anoden für die Metallgewinnung. Das gesamte Produktspektrum bleibt auch nach der Sanierung erhalten.
Geschäftsführer Christopher Gremmel betont: „Die vergangenen drei Monate waren intensiv und haben uns allen viel abverlangt. Umso schöner ist es, dass sich die gemeinsame Arbeit gelohnt hat und unser Traditionsbetrieb das Verfahren so schnell verlassen kann.“
Schutzschirmverfahren in drei Monaten abgeschlossen
JL Goslar hatte am 25. Juni 2026 beim Amtsgericht Goslar das Schutzschirmverfahren beantragt. Nach der Verfahrenseröffnung am 1. September erfolgte bereits am 25. September der Erörterungs- und Abstimmungstermin. Der Insolvenzplan wurde anschließend rechtskräftig bestätigt.
Verfahrensbevollmächtigter Dr. Jörg Grau von Heublein Grau Rechtsanwälte erstellte den Insolvenzplan und begleitete die Sanierung. Sachwalter Torsten Gutmann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH überwachte das Verfahren im Interesse der Gläubiger und wird auch die Erfüllung des Insolvenzplans kontrollieren.








