Damit in einem sich ändernden Umfeld eine schnelle und erfolgreiche Anpassung gelingt, ist eine zunehmende Flexibilisierung der Kostenbasis notwendig. Über 80% der Unternehmen erachten deshalb Restrukturierung als eine dauerhafte Aufgabe, die mit hoher Intensität verfolgt werden muss. Dieses Bild ist seit 2011 nahezu unverändert, ebenso wie ein starker Fokus auf Wachstum und Effizienz.
Die Restrukturierungspraxis zeigt hier, dass bspw. im produzierenden Gewerbe neben kontinuierlichen technischen Optimierungsmaßnahmen verstärkt durch Leiharbeit auf kurzfristige Nachfrageschwankungen reagiert wird.
Neben klassisch kurzfristigen Maßnahmen denken Unternehmen im Vergleich zu vorherigen Jahren mittlerweile verstärkt über Anpassungen ihrer Strategie und Geschäftsmodelle nach. Die Anforderungen an eine erfolgreiche Restrukturierung steigen somit und verschieben sich in zunehmendem Maße in den strategischen Bereich. Hintergrund sind sich schneller verändernde Rahmenbedingungen der Geschäftsmodelle, bspw. durch LED-Technik in der Lichtindustrie oder Fracking in der Energiewirtschaft.
Bankenfinanzierung im Fokus
In den Zeiten während und nach der Finanzkrise haben die Themen Finanzierung und Liquidität für viele Unternehmen eine maßgebliche Bedeutung erlangt. Befragt nach ihrer aktuellen Liquiditätssituation beurteilen die Teilnehmer der Studie die Lage allerdings deutlich positiv. Schätzten im vergangenen Jahr noch 13% der Unternehmen ihre Liquidität als kritisch oder sehr kritisch ein, so sind es dieses Jahr lediglich noch 9%. Der Ausblick für 2014 ist mit 6% nochmals positiver.
Die grundsätzlich positiven Erwartungen der Unternehmen spiegeln sich ebenfalls bei den für die Finanzierung relevanten Risiken wider. Nicht etwa ein unzureichender Cashflow oder ein Bruch von Covenants werden befürchtet, sondern ein erhöhter Bedarf zur Wachstumsfinanzierung. Als zweitgrößtes Risiko wird ein sich verschlechterndes Unternehmensumfeld genannt.
Sollte trotz positiver Erwartungen eine Finanzierung notwendig werden, bevorzugen rund 90% der Befragten, diese primär aus eigenen Mitteln zu leisten. Muss dennoch auf externe Geldgeber zurückgegriffen werden, herrscht eine klare Präferenz zur Finanzierung durch Banken. Dabei hat sich die Bedeutung der Bankfinanzierung gegenüber. 2012 deutlich von 43% auf 51% erhöht hat und insbesondere Anleihen (von 19% auf 14%) und Mezzanine (von 6% auf 2%) haben an Bedeutung verloren. Die Kapitalmarktfinanzierung bleibt damit für viele Unternehmen auch weiterhin ohne große Bedeutung.
Fazit
Deutsche Unternehmen besitzen in Hinblick auf Europa gedämpfte Wachstumsaussichten und fürchten einen zunehmenden Wettbewerbsverlust, insbesondere gegenüber Asien. Auch wenn die Einschätzung für Deutschland deutlich positiver ausfällt und keine Liquiditätskrise vorherrscht, bestehen Risiken durch die hohe Abhängigkeit vom europäischen Binnenmarkt und durch die Sanierung der Staatshaushalte.
Zu den Personen

Max Falckenberg ist Partner, Co-Head des Competence Center Corporate Performance, Jakob Rüden ist Principal bei Roland Berger. Das 1967 in München gegründete Unternehmen ist eine der weltweit führenden Strategieberatungsgesellschaften. www.rolandberger.com



