pro aurum: „Nachfrage nach Edelmetall massiv erhöht“

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Gespräch mit Mirko Schmidt, Gründer und Geschäftsführer der pro aurum GmbH, über Perspektiven im Edelmetallhandel. INTERVIEW STEFAN PREUSS

Unternehmeredition: Herr Schmidt, in Krisenzeiten, so heißt es, locke der sichere Hafen Gold. Können Sie eine wegen Corona erhöhte Nachfrage bestätigen?
Mirko Schmidt: Edelmetalle sind die wahrscheinlich älteste Investitionsmöglichkeit der Welt. In diesem Jahr ist Gold vor allem in seiner altbewährten Funktion als Krisen-, Inflations- und Vermögensschutz gefragt. Die Coronapandemie erwies sich dabei als Katalysator und Trendverstärker. Dank seiner negativen Korrelation gegenüber Aktien, Dollar und Zinsen dient Gold vor allem in diversifizierten Portfolios als Stabilitätsanker und reduziert deren Gesamtrisiken. Vor diesem Hintergrund hat sich die Edelmetallnachfrage in den vergangenen Monaten massiv erhöht.

Unternehmeredition: Welche Rolle spielt die Anlage in Silber?
Mirko Schmidt: Auch der Silberpreis ist in diesem Jahr stark gestiegen, prozentual deutlich stärker als der Goldpreis. Die Nachfrage nach physischem Silber hat sich teilweise verfünffacht.

Unternehmeredition: Welchen Portfolioanteil erachten Sie für Edelmetalle als sinnvoll?
Mirko Schmidt: Wir empfehlen sicherheitsorientierten Anlegern, zwischen 5% und 25% des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. Chancenorientierten Anlegern raten wir, neben Gold auch in Silber zu investieren. Der Anlagehorizont bei physischen Edelmetallen sollte jedoch grundsätzlich langfristig sein, also mindestens fünf Jahre betragen.

Unternehmeredition: Worauf sollten Anleger beim Edelmetallkauf ganz konkret achten?
Mirko Schmidt: Zum einen sollte man nur bei seriösen und etablierten Edelmetallhändlern kaufen – schließlich erfordern physische Goldinvestments ein hohes Maß an Vertrauen. Sind der Feinheitsgrad und/oder das Gewicht der edlen Metalle falsch, drohen Verluste. Zum anderen sollte man sich stets darüber bewusst sein, dass es beim Handel von Barren und Münzen keine Schnäppchenpreise gibt. Das heißt: Deren Verkaufspreise übertreffen stets den reinen Materialwert des Goldes.

Besonders interessant: Je geringer das Gewicht der Ware, desto höher fällt das prozentuale Aufgeld aus. Bei identischem Feingewicht weisen Barren etwas niedrigere Prämien auf als Münzen. Dennoch sollte niemand ausschließlich auf schwergewichtige Ein-Kilogramm-Barren setzen. Sie bieten in der Regel zwar die niedrigsten Preise pro Gramm Gold, lassen sich aber nur komplett verkaufen. Akzeptable Prämien fallen in normalen Marktphasen bereits ab Gewichtseinheiten von einer Feinunze – das sind 31,1 Gramm – an. Wer seinem Goldportfolio Barren in Unzenform beimischt, ist somit bei Liquiditätsbedarf nicht gezwungen, mehr Gold als gewollt zu verkaufen.

Unternehmeredition: Bei teuren Werten stellt sich immer die Frage der Lagerung. Welche Lösungen bieten sich hier mittlerweile an?
Mirko Schmidt: Alle Edelmetalle können bei pro aurum zum aktuellen Preis ge- oder verkauft und auch bei uns verwahrt werden. Zu diesem Zweck bieten wir individuelle Schließfächer, aber auch Edelmetalldepots und ein Zollfreilager an. Ein Zollfreilager (in der Schweiz) ist vor allem für Weißmetalle wie Silber, Platin und Palladium interessant, denn hier verbilligt sich der Kaufpreis aufgrund der eingesparten Mehrwertsteuer deutlich. Viele Investoren unterschätzen grundsätzlich, wie viel Gewicht zum Beispiel schon 50.000 EUR in Silber bedeutet – es sind circa 62 Kilogramm.


ZUR PERSON

Mirko Schmidt ist Mitgründer und Co-Geschäftsführer von pro aurum.